Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Für Endverbraucher wird das Wissen über die Bestandteile von Lebensmitteln und anderen Produkten des Alltags immer wichtiger. Sie bevorzugen zunehmend Waren ohne künstliche oder genetisch veränderte Zusatzstoffe, die durch eine E-Nummer gekennzeichnet sein müssen. Gelatine und Kollagenpeptide sind in diesem Zusammenhang völlig unbedenklich, denn es handelt sich bei beidem um Lebensmittel – und keine Lebensmittelzusatzstoffe. Sie sind reines, natürliches Eiweiß, das aus tierischen Rohstoffen gewonnen wird und enthalten weder Konservierungsmittel noch andere Zusätze. Damit erfüllen sie als natürliche Lebensmittel die Anforderungen der Verbraucher hinsichtlich Anwendung und Nachhaltigkeit optimal. Für die Konsumenten wird es zudem immer wichtiger nachvollziehen zu können, welchen Einfluss Produkte auf die Umwelt haben. Aus diesem Grund sind alle Bereiche des produzierenden Gewerbes dazu verpflichtet, ihre Prozesse ständig und regelmäßig zu überprüfen, um den Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Nachhaltigkeit
  • Reduzierung von Lebensmittelabfällen

    GME-Mitglieder reduzieren Lebensmittelabfälle, da sie Abfallprodukte der Fleischindustrie verarbeiten.

    GME Sustainability Statement PDF (33 KB)

  • Verbesserung des Herstellungsprozesses

    Technische Verbesserungen beim Herstellungsprozess senken den Verbrauch fossiler Brennstoffe und letztendlich die CO2-Emissionen – trotz steigender Produktionsmengen. Durch die Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks leisten Hersteller einen positiven Beitrag  zum Erreichen der im Kyoto-Protokoll festgelegten Minderungsziele der Europäischen Gemeinschaft und zum Umweltschutz.

    Download the carbon footprint of gelatine PDF (349 KB)

  • Abwasser-Recycling

    90 Prozent des während des Herstellungsprozesses entstehenden Abwassers wird der Natur wieder zugeführt, häufig sauberer und in einer besseren Qualität als vorher.

  • Erzeugung erneuerbarer Energien

    Spezielle Bakterien spalten Bestandteile wie Fette und andere organische Substanzen auf und wandeln sie in erneuerbare Energien wie zum Beispiel Biogas um – ein wertvolles Produkt, das zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt wird. Viele Unternehmen haben diesen Effekt genutzt und eigene Kraftwerke errichtet, mit denen sie einen großen Teil der von ihnen benötigten Energie erzeugen. Ein weiteres unumgängliches Abfallprodukt, die Abwärme, wird für Trocknungsprozesse genutzt.

  • Verwertung des Produktionsschlamms

    Der während der Produktion entstehende Schlamm wird gut genutzt: alle zurückbleibenden festen Abfallstoffe werden herausgefiltert und von Landwirten als nährstoffreicher, organischer Dünger verwendet.

  • Nutzung von Abfallprodukten

    Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der fleisch- und fischverarbeitenden Industrie schafft die Produktion von Gelatine und Kollagenpeptiden einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft. Sie verwandelt Abfallprodukte in höherwertige Proteinprodukte, Fette und Mineralien, vermindert dabei die Umweltauswirkungen und verbessert die soziale und wirtschaftliche Dimension der Fleisch- und Fischindustrie. So hat Gelatine eine positive Wirkung auf die allgemeine Nachhaltigkeit. Die Proteine zum Beispiel werden in erster Linie als Zusatzstoff in Tiernahrung verwendet, deren Nährwert sie erhöhen. Die Fette, die einen sehr hohen Reinheitsgrad aufweisen, werden in Nahrungs- und Futtermitteln  verwendet, aber auch zur Produktion von Kerzenwachs und speziellen synthetischen Materialien. Darüber hinaus können sie als Rohstoff in der Biodieselproduktion eingesetzt werden - was wiederum zur Senkung der CO2-Emissionen beiträgt. Die Mineralien werden Futter- und Düngemitteln beigefügt, zu Korrosionsschutzmitteln verarbeitet und zum Schutz von Gussformen im Stahlbau eingesetzt.

  • Reduzierung von Lebensmittelabfällen auf Seite des Einzelhandels

    Auf der Einzelhandelsseite der Lieferkette trägt Gelatine dazu bei, dass weniger Lebensmittelabfälle entstehen. Gelatine selbst ist lange haltbar und kann dazu beitragen, besonders bei Fleischprodukten und Meeresfrüchten die Haltbarkeit zu verlängern, indem sie die Produkte vor Luft schützt.

  • Entwicklung von Innovationen zur weiteren Förderung von Nachhaltigkeit

    Ein Student der Brunel University in Großbritannien entwickelte ein “Hubbel-Etikett”, das die weit verbreiteten Etiketten mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf verderblichen Produkten ersetzen oder zumindest ergänzen könnte. Das Etikett ist mit Gelatine gefüllt und enthält außerdem kleine Hubbel. Diese Unebenheiten kann man nicht fühlen, solange die Gelatine fest bleibt. Nähert sich das Lebensmittel jedoch dem Haltbarkeitsdatum, beginnt die Gelatine sich aufzulösen und wird flüssig. Der Verbraucher kann jetzt ganz eindeutig die Hubbel mit den Fingern fühlen. Gelatine ist ein Protein und "altert" genauso wie Milch, Fleisch oder Käse, besonders da das Etikett den gleichen Bedingungen wie der Packungsinhalt ausgesetzt ist. Das ist nicht nur für Kunden mit einer Sehbehinderung hilfreich, es verringert ebenfalls die Verunsicherung, die viele Menschen angesichts der herkömmlichen Haltbarkeitsdaten empfinden: Verbraucher werfen große Mengen absolut einwandfreier Lebensmittel weg, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

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Produktion: Ökologisch richtig, ökonomisch sinnvoll

Eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Fertigung ist für Gelatinehersteller aus ökologischer und ökonomischer Sicht ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Gelatine und Kollagenpeptide bestehen zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien und sind von einer gesunden und intakten Umwelt abhängig. Aus diesem Grund ist ein langfristiger Umweltschutz für die Hersteller und Produzenten von besonders hohem Interesse. Die europäischen Gelatine-Hersteller haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um ihre Produktionsanlagen auf den neuesten Stand zu bringen und die technischen Prozesse soweit zu optimieren, dass Ressourcen effizient eingesetzt werden.

Die Nachhaltigkeit beginnt bereits damit, dass Gelatine und Kollagenpeptide aus den Nebenprodukten der Fleischproduktion hergestellt werden. Die technische Verbesserung der Produktionsprozesse hat zudem zu einer Reduzierung des benötigten fossilen Brennstoffs und der CO2-Emission geführt – bei gleichzeitigem Anstieg des Herstellungsvolumens. Insbesondere mit der Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks haben die Gelatine-Hersteller einen positiven Beitrag zu den Zielen der Europäischen Kyoto-Gemeinschaft in Bezug auf den Umweltschutz geleistet.

Wertvolle Reste sinnvoll genutzt

Auch die Reste, die bei der Produktion und im Verfeinerungsprozess von Gelatine und Kollagenpeptiden anfallen, werden weiterverarbeitet. Das ist ökonomisch sehr sinnvoll, denn das Volumen der Nebenprodukte ist etwa doppelt so groß wie das Volumen der Endprodukte. Die anfallenden Reste lassen sich in drei Gruppen aufteilen. Die hochwertigen Proteine werden zum Beispiel Tiernahrung zugesetzt, um deren ernährungsphysiologischen Wert zu steigern. Die besonders reinen Fette werden unter anderem als Bestandteil im Biodiesel genutzt und tragen dort zu einem geringeren CO2-Ausstoß bei oder werden in Kerzenwachs oder speziellen Kunststoffen verwendet. Und die Mineralien wandern in Düngemittel, verwandeln sich in Antikorrosionsmittel oder bieten den Gussformen beim Stahlbau Schutz. Mehr Resteverwertung ist fast nicht möglich.

Recycelbares Potential

Frisches und sauberes Wasser ist ebenfalls eine wichtige Ressource, die nicht verschwendet werden sollte. 90 Prozent des Abwassers, das bei der Herstellung von Gelatine anfällt, wird – oft reiner als zuvor – an die Natur zurückgegeben. Um das erreichen zu können, wird das Abwasser in firmeneigenen Kläranlagen vorgesäubert – dabei werden alle Wertstoffe entzogen – bevor es in die örtlichen Kläranlagen gelangt.

Bestandteile wie Fette und andere organische Materialien werden durch spezielle Bakterien abgebaut und in Methan umgewandelt. 

So entsteht wertvolles Biogas, das anschließend in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Einige Betriebe produzieren einen großen Teil der benötigten Energie in werkseigenen Energiezentralen. Und die dabei entstehende Abwärme verpufft nicht sinnlos, sondern wird für Trocknungsprozesse genutzt. Auch der Klärschlamm findet eine sinnvolle Verwendung: Die dort verbliebenen festen Reststoffe werden herausgefiltert und als nährstoffreicher Gelatinekalkschlamm in der Landwirtschaft als Biodünger eingesetzt.

Nachhaltig auch im Handel

Über den Produktionsprozess hinaus trägt Gelatine auch noch im Handel zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung bei: Sie verlängert die Haltbarkeit diverser Lebensmittel, indem sie beispielsweise frische Wurst oder frisches Fleisch vor dem Kontakt mit Sauerstoff schützt. All diese Aspekte haben ein Ziel: den sensiblen Umgang mit begrenzten Ressourcen in Zeiten wachsender Bevölkerung. Im Bewusstsein ihrer Verantwortung haben die Mitgliedsunternehmen der GME deshalb eine Selbstverpflichtung zum Thema Nachhaltigkeit abgegeben.

Kreislaufwirtschaft

Gelatine und Kollagenpeptide werden aus Nebenerzeugnissen der Fleisch- und Zuchtfischindustrie hergestellt.

In der kompletten Wertschöpfungskette der Fleisch- und Fischverarbeitungsindustrie sind Gelatine und Kollagenpeptide sehr wertvoll, da sie Nebenprodukte in hochwertige, proteinhaltige Produkte wandeln und somit die Umweltbelastung mindern. Außerdem erhöhen sie die soziale und wirtschaftliche Dimension von Fleisch- und Fischindustrie. Gelatine kann als hochwertiges Produkt mit positivem Einfluss auf Nachhaltigkeit angesehen werden. Somit ist sie ein Teil der Kreislaufwirtschaft.