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Jeder kennt sie und die meisten haben auch schon Bekanntschaft mit ihren Brennhaaren gemacht. Oft wird die Brennnessel nur als lästiges Unkraut betrachtet, was alles in ihr steckt, das wissen die wenigsten. Ihren lateinischen Namen „Urtica“ verdankt sie ihrer besonderen Eigenschaft, er ist abgeleitet vom lateinischen „urere“ und bedeutet „brennen“.
Die Brennnessel gehört zu den ältesten mittel- und nordeuropäischen Zauberkräutern. Bei den Germanen galt sie als heilig und wurde dem Gott Donar zugeordnet. Donar ist der Gott des Gewitters und somit auch des Blitzes und Donners. Um das Haus vor Blitzeinschlag zu schützen, warfen die Menschen bei einem herannahenden Gewitter Brennnesseln ins Herdfeuer.
Vital in den Frühling Zu den ersten Kräutern, die im Frühjahr ihre frischen Triebe aus dem Boden schieben, gehört auch die Brennnessel. Mit ihren wertvollen Vitaminen hilft sie uns, aus dem Winterschlaf zu erwachen und mit neuer Vitalität in den Frühling zu starten. So enthält sie reichlich Eisen, Vitamin A, B, C und E, Kalzium, Magnesium, Kieselsäure, Spurenelemente, Carotinoide und Flavonoide. Dies wussten auch schon die „Kräuterhexen“ und so war das Kräutergrün lange erwartet und heiß begehrt. Nach einem langen harten Winter lieferte die Brennnessel frische, lebenswichtige Nahrung im Überfluss.
Medizin für alle Fälle Die Brennnessel eignet sich hervorragend für Frühjahrskuren, denn sie wirkt harntreibend und hilft somit dem Gewebe, überschüssiges auszuscheiden. Nach überstandenen Krankheiten kräftigt sie den Körper, denn durch ihren hohen Gehalt an Eisen wird die Bildung von roten Blutkörperchen angeregt. Ihre Brennwirkung fördert außerdem die Durchblutung und lindert so rheumatische Beschwerden.
Brennnesselrezept für den Frühling Was unserem Körper so gut tut, muss nicht unbedingt nach Medizin schmecken. Aus Brennnesseln lassen sich viele leckere Frühlingsgerichte zaubern.
- Kurz überbrüht oder in Öl eingelegt eignen sich die Blätter hervorragend als Bestandteil von Salaten oder Kräuteraufstrichen
- Als Gemüse wird sie wie frischer Spinat zubereitet
- Besonders schmackhaft ist sie als Bestandteil von Gemüsesuppen
- Als Tee: frische Triebe oder getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser aufbrühen
- Brennnesselsamen sind ebenfalls essbar und vitaminreich: roh oder leicht angeröstet auf Müslis oder Salate streuen
Tipps
- Brennhaare verlieren ihre Wirkung durch Trocknen, Erhitzen und feines Zerkleinern
- Junge Pflanzen brennen nicht so stark wie ältere
- Ernten Sie nur junge Triebspitzen von noch nicht blühenden Pflanzen.
- Beim Sammeln immer Handschuhe tragen!
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