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Die größte Brücke in Paris, die Pont Alexandre III,...
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...hat mit Gelatine zu tun! Die Brücke hat eine Breite von 40 Metern, ist 107 Meter lang und hat eine Höhe von sechs Metern. Im Oktober 1896 wurde der Grundstein von Zar Nicholas II gelegt. Zur Ehrung seines Vaters erhielt sie den Namen Alexandre III. Die meisten Besucher und auch die Pariser selbst sind der Meinung, dass die Brücke, die den Grand und Petit Palais auf der rechten Seite der Seine mit dem Hôtel des Invalides auf der linken Seite des Flusses verbindet, eine der schönsten Brücken von Paris ist.

Pont Alexandre III

Die Brücke wurde zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution im Jahr 1989 umfangreich restauriert. Gelatine wurde vornehmlich bei der Säuberung der Oberflächen der Bronzeskulpturen, die erheblich unter der Luftverschmutzung gelitten haben, eingesetzt.

Gelatine als Transporter für therapeutische Gene

Winzigkleine Teilchen (sogenannte Mikropartikel) aus Gelatine eignen sich für den Transport therapeutischer Gene zur Behandlung von Nierenerkrankungen. Damit könnte in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Gentherapie beider Behandlung von Glomerulonephritis (Nierenentzündung bei der hauptsächlich die Nierenkörperchen betroffen sind) bei Menschen möglich werden.

Forscher aus den USA injizierten rund eine Million Gelatine-Teilchen – die biologisch abbaubar sind – in die Nierenarterie eines Ferkels. Getestet werden sollte zunächst das Gelatine-Transportsystem. Die Partikelchen waren daher noch nicht mit genetischem Material beladen. Mit 64 Mikrometer sind die Teilchen verhältnismäßig groß. Der Durchmesser von Kapillaren, das sind kleinste Blutgefäße, die von den Gelatine-Teilchen durchlaufen werden müssen, beträgt nicht mehr als fünf bis zehn Mikrometer. Problem? Aber nicht für die Partikelchen aus Gelatine!
 
Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass sich die Gelatine-Teilchen so weit auflösten, dass sie das Gefäßknäuel in den Nierenorganen ohne Probleme durchdringen konnte. Die Zeitdauer hierfür betrug etwa zehn Stunden. Als besonders zukunftsweisend fanden die Forscher die biologische Abbaubarkeit von Gelatine. Außerdem seien die Gelatine-Teilchen sehr rasch durch den Körper gewandert und hätten damit keine lange Unterbrechung des Blutflusses verursacht, lautete das weitere positive Ergebnis der Wissenschaftler.

Vision: Gelatine gegen Ölverschmutzungen

Bei einem Tankerunglück, bei dem tausende Liter Öl das Wasser verschmutzen, könnte Gelatine in naher Zukunft großartige Hilfe leisten. Warum? Das Grundprinzip ist einfach: Öl und Wasser mischen sich nicht. Unter Zugabe eines Emulgators, etwa Tenside, erhält man eine Öl-in-Wasser-Suspension. Dadurch bilden sich feine Öltröpfchen, die im Wasser schweben. Die kalte wässrige Phase wird durch das Hinzufügen des Zuschlagstoffes Gelatine in den Gelzustand überführt. Ergebnis sind schnittfeste, formstabile und über einen längeren Zeitraum lagerbare Systeme. Im Falle einer Öltanker-Havarie könnte eine Umweltkatastrophe verhindert werden, indem man ausgelaufenes Öl mit Gelatine praktisch „schnittfest“ macht. Bis jetzt wurde das Ganze nur in geschlossenen Systemen untersucht. Auf offener See ist die Bildung eines solchen reversiblen, festen Gels ungleich schwieriger. Doch die moderne Gelatine-Forschung arbeitet auch an dieser komplizierten Problemstellung.

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