„Neuerungen können Wunder wirken. Sie sind die Würze der Liebe und des Lebens überhaupt.“ Alice Fleming
Die Verwendung von Gewürzen ist so alt wie das Kochen selbst. Aus dem alten Ägypten stammen erste Quellenfunde, die eine systematische Verwendung von Gewürzpflanzen belegen, aus der Zeit um 4000 v. Chr.
Bis in das Mittelalter hinein beherrschten die Araber, die bereits um 1000 v.Chr. ein florierendes Geschäft mit den Gewürzen betrieben, den gesamten Gewürzhandel Europas. Gewürze, die auf sehr beschwerlichem Wege mit Karawanen bis nach Europa überführt wurden, waren besonders kostbar. Sie stellten Raritäten da, die sich nur wenige leisten konnten.
Gewürze waren übrigens ein starker Anreiz zur Entdeckung der Welt. Christoph Kolumbus und der Portugiese Vasco da Gama machten sich in eine neue Welt auf, weil sie den Seeweg zu den Gewürzinseln finden wollten. Dadurch hofften sie einen gewissen Anteil an den gewaltigen Gewinnspannen beim Gewürzhandel erlangen zu können.
Gewürze - weit mehr als nur Geschmacksverfeinerer

Alle Gewürze enthalten entweder aromatische, scharfe oder bittere Substanzen. Das Zusammenspiel zwischen diesen zahlreichen, unterschiedlichen Substanzen macht den Geschmack und letztendlich die gesundheitsfördernde Wirkung der Gewürze aus.
Ingwer – gesund und voller Aroma
Herkunft Ingwer scheint aus dem südchinesischen Raum zu stammen. Heute wird er im ganzen tropischen und subtropischen Asien (allein 50% der Welternte stammen aus Indien), in Teilen Afrikas, Brasilien und Jamaica angebaut. Jamaica-Ingwer mit seinem besonders intensiven Aroma ist in Europa am meisten verbreitet.
Verwendung Frischer Ingwer sieht charakteristisch geweihartig aus, getrocknet wird er zumeist in Form eines beige-farbenen Pulvers gehandelt. Ingwer ist in der gesamten asiatischen Küche eine unentbehrliche Zutat und gehört zum Standardrepertoire der "Fusion Cookery". Amerikaner und Engländer sind die Völker mit dem größten Ingwerverbrauch. Der leicht scharfe, würzige, frische Ingwergeschmack verleiht Suppen, Fleisch und Gemüse ein unverwechselbares Aroma. Ingwer ist auch ein wichtiges Gewürz für Fisch und Meeresfrüchte, da es den Fischgeruch neutralisiert. Grundsätzlich sollte Ingwer immer fest und glatt aussehen. Getrockneter Ingwer oder Ingwerpulver sind kein gleichwertiger Ersatz für frisch geernteten und eingelegten Ingwer.
Heilwirkung Ingwer ist eines der gesündesten Nahrungsmittel überhaupt. In den unscheinbaren Knollen steckt ein wahres Feuerwerk an Inhaltsstoffen: zahlreiche Vitamine und Mineralien wie Kalium, Kalzium und Eisen sowie ein überdurchschnittlich breites Profil an ätherischen Ölen. Ideal für die innerliche Anwendung ist Ingwertee. Er kann vor, während oder nach der Mahlzeit getrunken werden. Dafür werden frische Ingwerstücke mit kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte fünf bis acht Minuten ziehen. Die scharfen ätherischen Öle des Ingwers regen die Durchblutung an und erwärmen den Organismus von innen. Dadurch lösen sich Verspannungen und Verkrampfungen im Magen-Darm-Trakt.
Koriander – ältestes bekanntes Gewürz
Herkunft Koriander (Coriandrum sativum L.) stammt ursprünglich aus Südeuropa und dem Vorderen Orient. Es zählt zu den ältesten bekannten Gewürzen der Welt.
Verwendung Während frischer Koriander in der mexikanischen, vietnamesischen und thailändischen Küche fast täglich verwendet wird, bringen die grünen Blätter erst seit kurzem bei uns einen Hauch von Exotik in Salate, Suppen, Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichte. Allerdings ist Koriandergrün nicht jedermanns Sache: Die einen lieben den scharf-bitteren, intensiven Geruch und Geschmack, die anderen rümpfen die Nase.
Auch in der Getränkeindustrie wird er zum Aromatisieren von Gin, Kartäuserlikör und nichtalkoholischen Getränken verwendet. Die Essenz von Koriander wird auch bei der Parfümherstellung eingesetzt, und als Räucherwerk verbreitet er einen angenehmen Duft.
Heilwirkung In der Naturheilkunde wird Koriander bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen im Magen- und Darmbereich, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Verantwortlich für die gesundheitsfördernde Wirkung sind die ätherischen Öle, die sowohl in den Blättern als auch in den Früchten der Pflanze zu finden sind. Außerdem hat Koriander eine antibakterielle und pilztötende Wirkung.
Muskat - aromatisch, harzig und warm im Geschmack
Herkunft Das natürliche Vorkommen des Muskatbaumens ist auf die Banda-Inseln, einen kleinen Archipel im Osten Indonesiens (Molukken), beschränkt. Die Hauptproduktionsländer sind heute Indonesien und Grenada.
Verwendung Die Muskatnuss ist der Samen der kleinen, wie eine Mischung aus Birnen und Marillen aussehenden Frucht des Muskatnussbaumes. Wenn die reifen Früchte vom Baum fallen, löst man das Fruchtfleisch und den Samenmantel ab. Anschließend werden die Samen in Trockenhäusern ein bis zwei Monate lang gelagert. Danach werden die Schalen geknackt. Die Kerne werden gegen den Befall von Insekten in Kalkmilch getaucht. Muskatnuss wird fein gerieben und als Pulver zum Würzen von Suppen, Saucen und Gemüsen, für Wurstwaren, zum Backen und in der Likörherstellung vewendet.
Heilwirkung Muskat hilft bei starken Schmerzen, wie Rheuma und Muskelschmerzen. Als Heilmittel findet es hauptsächlich im asiatischen Raum Beachtung. Häufig werden die Substanzen für Salben und Cremes verwendet. Die ätherischen Öle wirken dank des Aromas nervenberuhigend und stimmungserhellend zugleich. In der Duftlampe verwendet, regt das Muskataroma die Tätigkeit des Gehirns an und soll die Intensität von Träumen erhöhen. Muskat hilft bei Erkältungen, wirkt entzündungshemmend, antibiotisch und schleimlösend. Das Gewürz kann außerdem gegen Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Ruhr und Blähungen helfen.
Vanille - Königin der Gewürze
Herkunft Sie ist das feinste tropische Gewürz und die unbestrittene "Königin der Gewürze". Die ursprüngliche Vanille-Heimat ist Mexiko. Hauptanbaugebiete sind heute Madagaskar und Reunion. Geringe Mengen kommen auch aus Tahiti.
Verwendung Vanilleschoten sind unverkennbar: Die schwarzbraunen biegsamen und flachen Stangen sind etwa 20 cm lang. Oft sehen die Schoten wie bereift aus. Das sind die Vanillin-Kristalle, die sich an der Oberfläche der Stangen absetzen. Die Vanillepflanze ist eine Kletterorchidee, deren lianenhafte Ranken an Bäumen und Pfählen emporklettern. Ganze vier Jahre braucht jede Vanillepflanze, bis sie zum ersten Mal Früchte trägt. Die fast noch grünen Vanilleschoten pflückt man kurz vor der Reife, ehe sie aufplatzen. Die weitere Verarbeitung muss rasch vor sich gehen, weil die Vanille sonst schimmelt. Die geernteten Schoten taucht man in kochendes Wasser, schlägt sie in Tücher und setzt sie dann der Tropensonne aus. Vanilleschoten sind schwarzbraun, flach und biegsam und etwa 20 cm lang. Bei dieser Fermentation entsteht die braunschwarze Farbe, und gleichzeitig entwickeln sich der köstliche und einmalige Duft und Geschmack, dessen Hauptträger das Vanillin ist.
Vanillin lässt sich mittlerweile auch künstlich herstellen. Eine Entdeckung, die den hohen Preis für echte Vanille zum Einsturz brachte - zum Glück für alle Leute, die gern gut kochen. Vanillin ist allerdings nur ein Wirkstoff der echten Vanille. Ihr einzigartiger Geschmack wird durch mehrere andere Aromabestandteile bestimmt. Echte Vanille ist daher durch nichts zu ersetzen.
Heilwirkung Vanille ist zwar ein wunderbares Gewürz, hat jedoch nach heutigen Erkenntnissen keine Heilwirkung, obgleich man ihr dieses in früheren Zeiten zusagt hat. Durch ihren starken Duft kann die Vanille auf jeden Fall besänftigend und ausgleichend bei Ärger und Frustration wirken.
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