
Die Herstellung von gelatineähnlichen Substanzen lässt sich bis in die Zeit der alten Ägypter zurückverfolgen. Quellen belegen zudem, dass bei Festmahlen früherer Jahrhunderte Gelatinespezialitäten, wie zum Beispiel Forelle oder Früchte in Gelatine, zu den besonderen Schlemmereien zählten.
Der Franzose Papin berichtet über einen Kochprozess, bei dem er versuchte, aus Knochen eine geleeartige Masse zu gewinnen.
Gelatine (lat.: gelatus = steif, gefroren). Das Wort taucht im europäischen Sprachgebrauch erstmals um das Jahr 1700 auf.
Das erste Klebstoff-Patent wird 1754 in England für die Herstellung eines Tischlerleims erteilt. Der natürliche Klebstoff wird unter anderem auf der Basis von Gelatine hergestellt.
Bedeutende Entdeckungen des englischen Arztes Richard Leach Maddox bringen den entscheidenden Durchbruch in der Fotografie. Dr. Maddox entwickelt eine Trockenplatte mit einer Bromsilber-Gelatine-Schicht, die in ihrer Empfindlichkeit der gebräuchlichen Nassplatte gleichkommt. Charles Bennet stellt nach weiteren Forschungen ein zufriedenstellendes Trockenplattenverfahren vor. Mit der neuen Technik können unter anderem die Belichtungszeiten beim Fotografieren wesentlich verkürzt werden.
Dieses Jahr gilt als Meilenstein in der modernen Gelatine-Herstellung. Mit der Entstehung von kleinen Fabriken lässt sich Gelatine nunmehr industriell in großen Mengen herstellen.
Die Gelatine-Industrie intensiviert ihre technologische Entwicklung und erreicht mit gewaltigen Fortschritten den heutigen Spitzenstandard in Produktion und Qualität ihrer Erzeugnisse.
Der europäische Gelatineverband GME (Gelatine Manufacturers of Europe) wird als Interessensvertretung der westeuropäischen Gelatinehersteller gegründet.
Eine im Jahre 1999 von der GME, unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene, internationale Studie bestätigt erneut, dass die geltenden Rohmaterial-Richtlinien und Herstellungsverfahren maximale Sicherheit für den Verbraucher gewährleisten.