Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Für Endverbraucher wird das Wissen über die Bestandteile von Lebensmitteln und anderen Produkten des Alltags immer wichtiger. Sie bevorzugen zunehmend Waren ohne künstliche oder genetisch veränderte Zusatzstoffe, die durch eine E-Nummer gekennzeichnet sein müssen. Gelatine und Kollagenpeptide sind in diesem Zusammenhang völlig unbedenklich, denn es handelt sich bei beidem um Lebensmittel – und keine Lebensmittelzusatzstoffe. Sie sind reines, natürliches Eiweiß, das aus tierischen Rohstoffen gewonnen wird und enthalten weder Konservierungsmittel noch andere Zusätze. Damit erfüllen sie als natürliche Lebensmittel die Anforderungen der Verbraucher hinsichtlich Anwendung und Nachhaltigkeit optimal. Für die Konsumenten wird es zudem immer wichtiger nachvollziehen zu können, welchen Einfluss Produkte auf die Umwelt haben. Aus diesem Grund sind alle Bereiche des produzierenden Gewerbes dazu verpflichtet, ihre Prozesse ständig und regelmäßig zu überprüfen, um den Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Produktion: Ökologisch richtig, ökonomisch sinnvoll

Eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Fertigung ist für Gelatinehersteller aus ökologischer und ökonomischer Sicht ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Gelatine und Kollagenpeptide bestehen zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien und sind von einer gesunden und intakten Umwelt abhängig. Aus diesem Grund ist ein langfristiger Umweltschutz für die Hersteller und Produzenten von besonders hohem Interesse. Die europäischen Gelatine-Hersteller haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um ihre Produktionsanlagen auf den neuesten Stand zu bringen und die technischen Prozesse soweit zu optimieren, dass Ressourcen effizient eingesetzt werden.

Die Nachhaltigkeit beginnt bereits damit, dass Gelatine und Kollagenpeptide aus den Nebenprodukten der Fleischproduktion hergestellt werden. Die technische Verbesserung der Produktionsprozesse hat zudem zu einer Reduzierung des benötigten fossilen Brennstoffs und der CO2-Emission geführt – bei gleichzeitigem Anstieg des Herstellungsvolumens. Insbesondere mit der Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks haben die Gelatine-Hersteller einen positiven Beitrag zu den Zielen der Europäischen Kyoto-Gemeinschaft in Bezug auf den Umweltschutz geleistet.

Wertvolle Reste sinnvoll genutzt

Auch die Reste, die bei der Produktion und im Verfeinerungsprozess von Gelatine und Kollagenpeptiden anfallen, werden weiterverarbeitet. Das ist ökonomisch sehr sinnvoll, denn das Volumen der Nebenprodukte ist etwa doppelt so groß wie das Volumen der Endprodukte. Die anfallenden Reste lassen sich in drei Gruppen aufteilen. Die hochwertigen Proteine werden zum Beispiel Tiernahrung zugesetzt, um deren ernährungsphysiologischen Wert zu steigern. Die besonders reinen Fette werden unter anderem als Bestandteil im Biodiesel genutzt und tragen dort zu einem geringeren CO2-Ausstoß bei oder werden in Kerzenwachs oder speziellen Kunststoffen verwendet. Und die Mineralien wandern in Düngemittel, verwandeln sich in Antikorrosionsmittel oder bieten den Gussformen beim Stahlbau Schutz. Mehr Resteverwertung ist fast nicht möglich.

Recycelbares Potential

Frisches und sauberes Wasser ist ebenfalls eine wichtige Ressource, die nicht verschwendet werden sollte. 90 Prozent des Abwassers, das bei der Herstellung von Gelatine anfällt, wird – oft reiner als zuvor – an die Natur zurückgegeben. Um das erreichen zu können, wird das Abwasser in firmeneigenen Kläranlagen vorgesäubert – dabei werden alle Wertstoffe entzogen – bevor es in die örtlichen Kläranlagen gelangt.

Bestandteile wie Fette und andere organische Materialien werden durch spezielle Bakterien abgebaut und in Methan umgewandelt. 

So entsteht wertvolles Biogas, das anschließend in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Einige Betriebe produzieren einen großen Teil der benötigten Energie in werkseigenen Energiezentralen. Und die dabei entstehende Abwärme verpufft nicht sinnlos, sondern wird für Trocknungsprozesse genutzt. Auch der Klärschlamm findet eine sinnvolle Verwendung: Die dort verbliebenen festen Reststoffe werden herausgefiltert und als nährstoffreicher Gelatinekalkschlamm in der Landwirtschaft als Biodünger eingesetzt.

Nachhaltig auch im Handel

Über den Produktionsprozess hinaus trägt Gelatine auch noch im Handel zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung bei: Sie verlängert die Haltbarkeit diverser Lebensmittel, indem sie beispielsweise frische Wurst oder frisches Fleisch vor dem Kontakt mit Sauerstoff schützt. All diese Aspekte haben ein Ziel: den sensiblen Umgang mit begrenzten Ressourcen in Zeiten wachsender Bevölkerung. Im Bewusstsein ihrer Verantwortung haben die Mitgliedsunternehmen der GME deshalb eine Selbstverpflichtung zum Thema Nachhaltigkeit abgegeben.

Kreislaufwirtschaft

Gelatine und Kollagenpeptide werden aus Nebenerzeugnissen der Fleisch- und Zuchtfischindustrie hergestellt.

In der kompletten Wertschöpfungskette der Fleisch- und Fischverarbeitungsindustrie sind Gelatine und Kollagenpeptide sehr wertvoll, da sie Nebenprodukte in hochwertige, proteinhaltige Produkte wandeln und somit die Umweltbelastung mindern. Außerdem erhöhen sie die soziale und wirtschaftliche Dimension von Fleisch- und Fischindustrie. Gelatine kann als hochwertiges Produkt mit positivem Einfluss auf Nachhaltigkeit angesehen werden. Somit ist sie ein Teil der Kreislaufwirtschaft.

Tierschutz

Gelatine und Kollagenpeptide sind natürliche Produkte tierischen Ursprungs. Allen Mitgliedern der GME ist ein intaktes Verhältnis zwischen den Nutztieren als natürliche Ressource und der Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln aus diesen Ressourcen sehr wichtig.

Aus diesem Grund sind wir davon überzeugt, dass Tiere mit Respekt behandelt werden sollten und unterstützen alle angemessenen Maßnahmen, um den Tierschutz zu verbessern. Die OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) hat als Basis hierfür fünf Freiheiten definiert:

  • Freiheit von Hunger, Durst und Fehlernährung
  • Freiheit von Unbehagen
  • Freiheit von Schmerz, Verletzung und Krankheit
  • Freiheit zum Ausleben normalen Verhaltens
  • Freiheit von Angst und Leiden

In den vergangenen 40 Jahren hat die Europäische Union eine umfassende Gesetzgebung für Tierschutz implementiert, die alle Stationen der Nutztiere abdeckt, vom Landwirtschafts- bis zum Schlachtbetrieb. Die GME unterstützt die vollständige Implementierung und strikte Durchsetzung aller Tierschutz-Gesetzgebungen der EU.

Auch wenn Gelatinehersteller keine Berührungspunkte mit lebenden Tieren haben, sind wir der Überzeugung, dass wir eine aktive Rolle in der Förderung von Tierschutz in der Wertschöpfungskette (Schlachtbetrieb, Landwirtschaftsbetrieb, Transport) einnehmen müssen. Die GME hat einen freiwilligen Leitfaden entwickelt, der Mitgliedsunternehmen hilft, zu überprüfen, welche Maßnahmen ihre Lieferanten getroffen haben, um den Tierschutz sicherzustellen.

Klicken Sie hier, um unsere Stellungnahme zum Tierschutz zu lesen [nur in englischer Sprache].

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